Donnerstag, 9. Oktober 2014

Platanensterben

Das Platanensterben am Canal du Midi

Platanengesäumt - der Canal du Midi wie wir ihn kennen und lieben. Bild: Voies navigables de France

Der Canal du Midi im Südwesten Frankreichs gilt als einzigartiges Natur- und Kulturerbe, das jedes Jahr Millionen von Besuchern aus aller Welt anzieht.

Der Kanal und seine Pflanzenwelt

Erbaut wurde der Kanal im 17. Jahrhundert unter Ludwig dem XIV. Als einer der ersten Kanalbauten Europas, der noch heute in Betrieb ist, stellt der Canal du Midi bis heute ein Meisterwerk der landschaftlichen Baukunst dar und wurde 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Zwischen Toulouse und dem Mittelmeer findet man auf rund 240 Kilometern Länge gut 350 architektonische Kunstwerke, darunter 126 Brücken, 63 Schleusen, 55 Aquädukte, 7 Kanalbrücken, 6 Wehre, einen Überlauf und einen Tunnel.  

Doch auch seine Pflanzenwelt hat im Laufe der Zeit eine außergewöhnliche Vielfalt entwickelt. Zunächst wurde das Land um den Canal du Midi lediglich bestellt oder begrünt, bis schließlich im 18. Jahrhundert die ersten Bäume angepflanzt wurden, darunter auch die Platane, deren ausladende Krone seither das Landschaftsbild um den Kanal prägt.

Heute säumen rund 190.000 Bäume jeglicher Form und Größe die Ufer des Canal du Midi. Während Eschen, Pinien und Eichen die steilen Böschungen dominieren, sind 60 % der ebenen Flussufer mit Platanen bewachsen. Dank dieser Mischstrukturen ist im Laufe der Zeit ein einzigartiges Ökosystem mit einer außergewöhnliche Biodiversität entstanden.

Das Platanensterben

Doch die 42.000 Platanen am Canal du Midi sind akut vom Aussterben bedroht. Grund dafür ist der sogenannte Platanenkrebs (chancre coloré), ein Mikro-Pilz, der sich im Inneren des Baumes einnistet und seine Saftzirkulation blockiert.

Spuren des Pilzbefalls. Bild: Voies navigables de France

Die Krankheit verbreitet sich durch die Wurzeln der Bäume, die sich in der Erde ineinander verflechten. Auch Boote, die beim An- und Ablegen außerhalb der ausgewiesenen Anlegestellen die Bäume oder das Wurzelgeflecht der Platanen verletzen, tragen zur Ausbreitung bei. Wenn eine Platane einmal befallen ist, gibt es kein Heilmittel mehr – innerhalb von 2 bis 5 Jahren stirbt der Baum. Umfangreiche Studien des französischen Landwirtschaftsinstituts INRA haben ergeben, dass der Pilz weder mit biologischen noch mit chemischen Methoden bekämpft werden kann. Deshalb gibt es bis heute nur ein einziges Mittel: befallene Bäume abzuholzen und zu verbrennen. Zwischen 2006 und 2013 mussten trotz aller Präventionsmaßnahmen bereits 10 % der Platanen am Kanal gefällt werden.

Projekte zur Rettung der Platanen

Dank des unermüdlichen Einsatzes zahlreicher professionell und ehrenamtlich Engagierten besteht aber nach wie vor Hoffnung für die Platanen am Canal du Midi. Der Kanal-Betreiber VNF (Voies navigables de France) hat verschiedene Schutzmaßnahmen getroffen, um die Verbreitung der Seuche aufzuhalten. Unterstützt wird die Organisation dabei von einem multidisziplinären Team aus Wissenschaftlern, Laboranden, Landschafts- und Denkmalschutzexperten, Biologen und Pflanzenschutzfachleuten. Ziel ist es, befallene Platanen so schnell wie möglich zu identifizieren und diese zu entfernen, um zu verhindern, dass sie den Pilz an benachbarte Bäume weitergeben. Darüber hinaus erforscht der VNF aktuell Maßnahmen, um die Übertragung des Erregers durch Boote einzudämmen, und strebt Partnerschaften zur experimentellen Erforschung der Krankheit an.

Im Mittelpunkt der Bemühungen um den langfristigen Erhalt des Baumbestands und der ökologische Vielfalt der Region steht ein umfangreiches Wiederaufforstungsprogramm. Die Bepflanzung erfolgt unter Einhaltung des typischen Landschaftsbilds des Canal du Midi: symmetrische Baumreihen mit Abständen von 1 bis 8 Metern zwischen den einzelnen Bäumen. Damit der Fluss auch weiterhin von einem schattenspendenden Gewölbe aus Blättern überspannt ist, werden hoch wachsende Baumarten mit einem dichten Blattwerk ausgewählt, darunter Silber-Linden und krebsresistente Hypbrid-Plantanen.

Neu gepflanzte Platanen im Département Aude. Bild: Voies navigables de France
Um dieses ambitionierte Projekt umzusetzen, sind die Organisatoren jedoch auch auf Spendengelder angewiesen, denn um einen einzigen Baum zu ersetzen, werden rund 3.000 Euro benötigt. Falls Ihr das Projekt ebenfalls mit einer kleinen Spende unterstützen wollt, könnt Ihr das hier tun.  

Quellen:
http://www.vnf.fr/vnf/home.vnf?action=vnf
http://www.replantonslecanaldumidi.fr/fr/
http://www.inra.fr/Entreprises-Monde-agricole/Resultats-innovation-transfert/Toutes-les-actualites/PLATANOR-R-Vallis-clausa





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Donnerstag, 15. Mai 2014

Der Katharerweg

Frankreichs neuster GR-Fernwanderweg 


Für uns zählt der Katharerweg im südfranzösischen Departement Aude schon lange zu den schönsten Wanderstrecken Frankreichs. Die vielen begeisterten Wanderer, die den Weg zum Beispiel auf unserer Wanderreise im Land der Katharer gegangen sind, können mit Sicherheit bestätigen, wie vielfältig und abwechslungsreich die Strecke zwischen Bergen und Mittelmeer ist.



Am 13. Februar 2014 wurde der Katharerweg vom französischen Wanderverband FFRP (Link auf Frz) (Fédération  Française de la randonnée pédestre) feierlich zum GR-Fernwanderweg erklärt. Damit reiht sich der GR 367, wie seine offizielle Bezeichnung nun lautet, in das Netz der berühmten Wanderrouten Frankreichs wie der Grande Traversée des Alpes (große Alpenüberquerung), dem GR 20 auf Korsika und dem Stevensonweg in den Cevennen (GR 70) ein.

Die orange-blauen Markierungen, die Wanderern bisher den Weg weisen, sollen noch diesen Sommer durch die weiß-roten Schilder ersetzt werden, die das gesamte GR-Netz in Frankreich kennzeichnen.

Alte Markierung
Neue Markierung

Der Wanderweg ist das Ergebnis über 30-jähriger Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen, um das Hinterland des Departements (Corbiéres, Haute-Vallée und Pays de Sault) zu erschließen und wirtschaftlich zu beleben.

Der Katharerweg, der die Orte Foix und Port la Nouvelle auf einer Länge von 225 Kilometern verbindet, ist in 12 bis 13 Wandertagen zu schaffen. Lohnenswerte Abstecher sind der Pech de Bugarach, die höchste Erhebung der Corbières, oder auch die zahlreichen Burgen, die den Weg säumen. Routenvarianten führen über Duilhac oder Puivert. Damit die Strecke nicht zu lang wird, haben wir uns bei France écotours entschieden, die Wanderung erst in Quillan zu beginnen. Die Tagesetappen sind zwischen 5 und 6 Stunden lang. Nur die längste zwischen Durban und Tuchan dauert rund 7 Stunden und ist damit mit den Etappen in den Alpen oder den Cevennen vergleichbar. Auch die Höhenunterschiede von durchschnittlich 500 Metern pro Tag sind nicht zu verachten. Wenn man den Weg von Anfang bis Ende gehen will, empfiehlt es sich, die Route auf zwei Mal aufzuteilen.


Erfahrene Wanderer gehen die Strecke am liebsten im Frühling, wenn sich die Landschaft in einen blühenden Blumengarten verwandelt, oder im Herbst, wenn nicht mehr so viele Touristen unterwegs sind. Besonders beeindruckend sind die ausgeprägten klimatischen Kontraste auf engstem Raum: Trockenheit und Hitze an den Küsten und in den Corbières maritimes wechseln sich mit Nebel, Stürmen und lang anhaltenden Schneefällen in den Bergregionen ab.

Eine Wanderung auf dem Katharerweg ist auch eine Reise durch die Geschichte: Überall zeugen weite unbewohnte Landstriche und Burgen in schwindelerregender Höhe von der turbulenten Vergangenheit der Region – angefangen im mittelalterlichen Languedoc über die schicksalshafte Epoche der Katharer bis hin zu den Anfängen der Moderne…

Für alle, die Lust bekommen haben, selbst auf dem Katharerweg zu wandern, hier der Link zu unserer  7-tägigen Wanderreise im Land der Katharer von France écotours.


Wir wünschen Euch viel Spass beim Wandern!

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